Teilprojekt A3
Evaluierung der IKK2/β-Inhibition als therapeutischer Ansatz bei B-Zell-Lymphomen und der Rolle der c-Rel-Überexpression in der B-Zell-Lymphomgenese
Kurze Zusammenfassung
Viele humane B-Zell-Lymphome sind durch hohe NF-κB-Aktivität und NF-κB-abhängige Genexpression gekennzeichnet. Diese Aktivität kann durch konstitutive Stimulation des IkB-Kinase-Komplexes oder durch chromosomale Aberrationen innerhalb der Genloci von NF-κB-Komponenten verursacht werden. Der Genlokus der NF-κB-Untereinheit c-Rel ist in B-Zell-Lymphomen oft amplifiziert. In dem vorliegenden Antrag soll daher die Rolle der Überexpression von c-Rel während der Lymphomgenese in der Maus untersucht werden. Außerdem soll das Potential der pharmakologischen Inhibition der IκB-Kinase 2/β in der Behandlung eines NF-κB-getriebenen B-Zell-Lymphoms in der Maus evaluiert werden.

Ausführlichere Zusammenfassung
Zwei besondere Kennzeichen vieler humaner B-Zell-Lymphome sind eine erhöhte Aktivität der NF-κB-Transkriptionsfaktoren sowie eine erhöhte Expression NF-κB-induzierter Gene. Diese erhöhte Genexpression kann auf eine konstitutive Aktivierung des IkB-Kinase (IKK)-Komplexes oder auf Translokationen und Amplifikationen innerhalb der Genloci von NF-κB-Komponenten zurückgeführt werden. Allerdings ist bislang nicht bekannt, in welchem Ausmaß die konstitutive IKK-Aktivierung und die chromosomalen Veränderungen der Genloci von NF-κB-Untereinheiten ursächlich zur Lymphomgenese beitragen.
NF-κB-Aktivierung über den kanonischen Signalweg erfolgt durch den IKK-Komplex, der sich aus den beiden Kinasen IKK1 (IKKaα) und IKK2 (IKKβ) sowie der regulatorischen Untereinheit “NF-κB essential modulator” NEMO (IKKγ) zusammensetzt. Das Wachstum und Überleben von Zelllinien des diffus-großzelligen B-Zell-Lymphoms läßt sich in vitro durch die Behandlung mit IKK2-Inhibitoren aufhalten. Allerdings hat die Blockade der NF-κB-Aktivierung durch genetische Inaktivierung von IKK2 oder NEMO in verschiedenen Geweben der Maus dramatische pathologische Konsequenzen. Ziel dieses Projekts ist es daher, das Potential der pharmakologischen IKK-Inhibition in der Therapie von B-Zell-Lymphomen zu evaluieren sowie die kausale Rolle der Amplifikation des c-Rel-Genlokus in der Entwicklung von B-Zell-Lymphomen zu analysieren.
Deshalb soll im Rahmen dieses Teilprojekts zuerst mittels IKK2-defizienter Zellen ein IKK2-Inhibitor mit mõglichst großer Spezifität identifiziert werden. Dieser Inhibitor wird dann eingesetzt, um die Realisierbarkeit der Behandlung von NF-κB-getriebenen B-Zell-Lymphomen mit IKK2-Inhibitoren anhand eines von uns generierten Mausmodels für solche B-Zell-Lymphome zu evaluieren.
Von den fünf NF-κB-Untereinheiten ist nur der C-REL-Genlokus in B-Zell-Lymphomen häufig amplizifiert. Im zweiten Teil dieser Studie soll daher die potentielle Rolle der Überexpression von c-Rel während der Lymphomgenese in der Maus ermittelt werden. Zu diesem Zweck werden wir mittels einer neuen “Knock-in”-Strategie Mäuse generieren, die große Mengen von zwei c-Rel-Varianten spezifisch in B-Zellen allgemein oder in B-Zellen des Keimzentrums ausprägen: Wildtyp-c-Rel und eine c-Rel-Mutante mit angehängten Polypeptid-Epitopen, welche eine biochemische Aufreinigung von c-Rel-enthaltenden Proteinkomplexen und die Analyse der zellulären Lokalisation von c-Rel durch Fluoreszenzmikroskopie erlauben.

Drucken
Kontakt
Impressum
Home | Gefördert durch: 